IM FOCUS

Kaija Saariaho steht im Zentrum des Komponistenporträts 2010

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Extra für die Pressekonferenz des Rheingau Musik Festivals hat Kaija Saariaho eine Videobotschaft geschickt, in der sie über das Komponieren im Allgemeinen und ihren ganz persönlichen Stil im Besonderen spricht. Hier können Sie sich den Film in voller Länge anschauen!

Zur Person

Nach dem Abitur studierte Kaija Saariaho zunächst Malerei und bildende Künste. Mit der Immatrikulation an der Sibelius-Akademie in Helsinki wurde die Musik zum Mittelpunkt ihres Interesses. Als Schülerin des einflussreichen finnischen Kompositionslehrers Paavo Heininen sagte sie dem konventionellen Komponieren ab und folgte seinem Rat, sich der »Abstraktion reiner Instrumentalmusik« zu widmen. Für Saariahos Kompositionsweise bedeutete das, sich von der Vokalmusik und ihrer Textgebundenheit zu trennen und reine Musikklänge zu schaffen. Bei Studienaufenthalte bei den Darmstädter Ferienkursen und in Freiburg entwickelte Kaija Saariaho ihre Vorliebe für elektronische Musik weiter. Am berühmten Institute de Recherche et Coordination Acoustic / Musique von Pierre Boulez in Paris studierte sie ab 1982 computergestützte Komposition, Tonbandarbeit und Live-Elektronik. Beim Rheingau Musik Festival ist Kaija Saariaho u. a. mit ihrem Werk »Laterna Magica« zu Gast, welches erst im August 2009 von den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Sir Simon Rattle uraufgeführt wurde.

Zur Videobotschaft

Als Grundlage für den Kurzfilm haben wir Frau Saariaho einen kurzen Fragenkatalog geschickt, den sie in ihrem Kompositionsstudio in Paris für die Kamera beantwortet hat. Was wir von ihr wissen wollten, war Folgendes:

»Das Rheingau Musik Festival definiert sich selbst als ein Festival, das mit einem sehr breiten Spektrum musikalischer Stile ein möglichst großes Publikum ansprechen möchte. Dabei reicht die Palette sowohl von Alter bis zu Zeitgenössischer Musik als auch von so genannter E-Musik bis zu Jazz und Populärer Musik. Sehen Sie Ihre Werke in diesem Kanon als Kontrapunkt? Wie wünschen Sie sich Ihren idealen Hörer?«

»Sie betonen, dass Sie sich in erster Linie wünschen, mit Ihrer Musik zu kommunizieren, etwas mitzuteilen. Können Sie etwas davon in Worte fassen?«

»Möglicherweise hat ein großer Teil des Rheingauer Publikums noch keinen direkten Kontakt mit Ihrer Musik gehabt, wie sehen Sie den Konzerten vor diesem Hintergrund entgegen? Wie würden Sie den Hörer auf Ihre Werke vorbereiten?«

»Das älteste Stück des Orchesterkonzertes im Rahmen des Komponistenporträts Solar ist Musik über Musik und besteht im Wesentlichen aus einer harmonischen Struktur, die im Laufe des Stücks immer wiederkehrt, beim jüngsten Stück Laterna Magica hingegen liegt die Inspirationsquelle in der Literatur, nämlich der Lebensbeschreibung eines Künstlers (der Autobiographie von Ingmar Bergman), also im Außermusikalischen, lässt sich daran ein Weg in Ihrem Schaffen ablesen? Hat sich Ihr kompositorisches Interesse vom Musikimmanenten hin zum Außermusikalischen gewandelt?«

»Über drei Jahrzehnte erstreckt sich die Entstehungszeit der Werke, die im Komponistenporträt präsentiert werden. Inwiefern repräsentieren diese Werke ihr bisheriges Schaffen? Gibt es einen grundlegenden Wandel in dieser Zeit?«

Veranstaltungen mit Kaija Saariaho

Kaija Saariaho im Gespräch
22.07.2010 Donnerstag 20:00 Uhr
Schloss Johannisberg, Fürst-von-Metternich-Saal

Kaija Saariaho
23.07.2010 Freitag 20:00 Uhr
Kurhaus Wiesbaden, Friedrich-von-Thiersch-Saal

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