Rheingau Literatur Preis 2010 an Jochen Schimmang
Den Rheingau Literatur Preis 2010 erhielt der Schriftsteller Jochen Schimmang für seinen Roman »Das Beste, was wir hatten«. Die durch das Rheingau Literatur Festival initiierte Ehrung wurde in diesem Jahr zum siebzehnten Mal vergeben. Der Preis ist mit 10.000 Euro und 111 Flaschen Rheingauer Wein dotiert. Da das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst das Preisgeld auf 5.000 Euro reduziert hat, steuerte der Rheingau Musik Festival e.V. die fehlenden 5.000 Euro. Der VDP Rheingau spendete 111 Flaschen besten Rheingauer Weins.
In der Begründung der Jury hieß es: »Die Jury würdigt die minutiöse Bildbeschreibung, mit der die alte Bundesrepublik wiederbelebt wird – durch dichte Milieuschilderung über mehrere Jahrzehnte hinweg und die Erzählung über Figuren, die allmählich den Boden unter den Füßen verlieren. Jochen Schimmang hält den zahlreichen Büchern, die der DDR ihre Erinnerung und ihre Kritik nachtragen, einen Roman entgegen, der den Untergang auch der Bonner Republik zur erzählerischen Gewissheit macht. Eingeschlossen ist die Trauer über die Vergänglichkeit der Aufbrüche, das Verschwinden von Hoffnungen und das Verblassen von Träumen in ungemein blickgewisser Genauigkeit.«
Jochen Schimmang, geb. 1948, studierte Politische Wissenschaften und Philosophie an der FU Berlin und lehrte an Universitäten und in der Erwachsenenbildung. Von 1978 bis 1998 lebte er in Köln, seit 1993 als freier Schriftsteller und Übersetzer. Jochen Schimmang ist heute in Oldenburg ansässig. Seine schriftstellerische Arbeit wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien gefördert.
Die bisherigen Preisträger waren Stefanie Menzinger, Ulla Berkéwicz, Herbert Maurer, Thomas Meinecke, Hella Eckert, Thomas Lehr, Peter Stamm, Bodo Kirchhoff, Robert Gernhardt, Reinhard Jirgl, Ralf Rothmann, Gert Loschütz, Clemens Meyer, Antje Rávic Strubel, Ursula Krechel und Christoph Peters.
