Wagner & Verdi: 200th birthday

Troubadour oder Tannhäuser? Otello oder Lohengrin? Belcanto oder Leitmotiv? Unendliche Melodie oder Gesamtkunstwerk? Die Zweigestirne am Opernhimmel, Giuseppe Verdi und Richard Wagner, sind von den Bühnen der Welt nicht wegzudenken. Beide 1813 geboren, der eine im italienischen Le Roncole, der andere im sächsischen Leipzig, bewegten Generationen durch ihre Werke und entwickelten neue Utopien des Musikdramas, »Zukunftsmusik«. Nach ihrem Tod als Sinnbilder von Italianitá und Deutschtum, Melodie und Harmonie, als Antipoden in Stellung gebracht, scheiden sie noch heute Opernfreunde weltweit: Tosca oder Elsa? Scala di Milano oder Bayreuth?
Ihr Wirkungsfeld lag gar nicht so weit auseinander: Der Eindruck des Mittelmeers in Genua soll Richard Wagner zum Rheingold inspiriert haben, in Palermo beschließt er seinen Parzifal, viele Monate verbringt er in Venedig. Und doch findet eine Begegnung beider Komponisten, wie sie der Schriftsteller Franz Werfel in seinem Roman Verdi im venezianischen Karneval zumindest beinahe Wirklichkeit werden lässt, niemals statt. Von Respekt sprechen immerhin die Äußerungen Verdis zu Wagner. »Triste, triste, triste!«, schreibt er an seinen Verleger Giulio Ricordi, als Wagner 1883 im Palazzo Vendramin stirbt, »Wagner ist tot….!!!! Eine große Persönlichkeit ist dahingegangen. Ein Name, der eine sehr starke Spur in der Geschichte der Kunst hinterlässt.«
Benjamin Britten, dessen 100. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird, brachte beiden Komponisten die gleiche Verehrung entgegen. Verdi soll das Werk des jungen Briten am meisten beeinflusst haben, Wagners Musik erschien ihm gar als ein »Weltwunder«. Nach einer Vorstellung von Tristan und Isolde im Londoner Covent Garden schrieb er ergriffen: »What music! He ist he master of us all!«. Ein den deutschen und italienischen Werken gleichwertiges Musiktheater schuf Benjamin Britten mit der Oper »Peter Grimes«, die 1945 in London uraufgeführt wurde, schließlich selbst. Als »Messiah of English opera« kann er sich in das Jubiläum Giuseppe Verdis und Richard Wagners somit berechtigt einreihen.
Alle Veranstaltungen zu »Wagner: 200. Geburtstag«:
All events relating to »Wagner: 200. Geburtstag«:
29. + 30.6. Anne Sofie von Otter, Mezzosopran – hr-Sinfonieorchester – Paavo Järvi, Leitung
4.7. Magdalena Kožená, Sopran – Bamberger Symphoniker – Robin Ticciati, Leitung
10.7. »Rendezvous mit…« Nike Wagner
18.7. Piano-Duo Tal & Groethuysen
18.7. Mnozil Brass: »HOJOTOHO – Eine Wagner-Blech-Comedy«
20.7. Vestard Shimkus, Klavier
8.8. »Pilgerreise zu Beethoven« / Klaus Maria Brandauer, Rezitation – Lars Vogt, Klavier
11.8. Sitzkissenkonzert: »Siegfried für Kinder«
20.8. »Jeder Deiner Briefe ist mir Gold« / Ulrich Noethen, Rezitation – Hideyo Harada, Klavier
25.8. Sebastian Küchler-Blessing, Orgel
All events relating to »Verdi: 200. Geburtstag«:
5.7. Operngala
13.7. David Garrett, Violine – Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi – John Axelrod, Leitung
1.8. Kuss Quartett
11.8. »Quattro pezzi sacri« / SHMF Chor & Orchester – Rolf Beck, Leitung
20.8. West-Eastern Divan Orchestra / Daniel Barenboim, Leitung
22.8. »Messa da Requiem« / Philharmonischer Chor & Orchester Brno – Leoš Svárovský, Leitung
Alle Veranstaltungen zu »Verdi: 200. Geburtstag«:
5.7. Operngala
13.7. David Garrett, Violine – Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi
1.8. Kuss Quartett
11.8. »Quattro pezzi sacri« / SHMF Chor & Orchester – Rolf Beck, Leitung
20.8. West-Eastern Divan Orchestra / Daniel Barenboim, Leitung
22.8. »Messa da Requiem« / Philharmonischer Chor & Orchester Brno

