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Der Festivalsommer 2021

Rheingau Musik Festival vom 26.6. bis 5.9.2021

Das Rheingau Musik Festival findet vom 26. Juni bis zum 5. September 2021 statt. Der Festivalsommer hält 192 hochkarätige und abwechslungsreiche Konzerte an 22 Spielstätten bereit, für die 115.000 Karten zur Verfügung stehen.

Herausragende Künstlerpersönlichkeiten und eines der besten Vokalensembles der Welt werden das Programm in diesem Jahr prägen: Artist in Residence Khatia Buniatishvili, Fokus-Künstlerin Bomsori Kim und der Tenebrae Choir begleiten die gesamte Festivalsaison 2021 mit einzigartigen Konzertprojekten. Daneben steht vom 9. bis 11. Juli Wolfgang Amadeus Mozarts Werk und Wirken im Mittelpunkt, und der 100. Geburtstag des argentinischen Tangokönigs Astor Piazzollas wird mit einem musikalischen Porträt gefeiert.

Artist in Residence - Fokus

Artist in Residence: Khatia Buniatishvili

Khatia Buniatishvili © Esther Haase

Mit Anfang zwanzig eroberte die georgisch-französische Pianistin Khatia Buniatishvili die Klassikwelt. Schillernd ist ihre Persönlichkeit, extrovertiert ihr Spiel, feinsinnig ihr Geist. Sie erschafft Klangbilder, vermittelt Emotionen, polarisiert, begeistert und bleibt sich selbst dabei immer treu. Auf diese ehrliche Art steht sie in allen renommierten Konzertsälen der Welt ihrem Publikum gegenüber. Doch sieht sie sich und ihre Zuhörerschaft keineswegs als voneinander losgelöste Elemente: Sie möchte mit dem Publikum eine gemeinsame Idee von Musik entwickeln, eins werden. Unsere diesjährige Artist in Residence ist eine tiefsinnige, reflektierte, selbstbewusste, engagierte junge Frau, eine Klangpoetin, die nicht nur auf der Bühne etwas zu sagen hat.

Als Artist in Residence des diesjährigen Rheingau Musik Festivals wird Khatia Buniatishvili in vier Konzerten unterschiedlichster Besetzung ihr facettenreiches pianistisches Können präsentieren. Gemeinsam mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Paavo Järvi bringt sie Rachmaninows klanggewaltiges zweites Klavierkonzert auf die Kurhaus-Bühne in Wiesbaden (30.6., 17 Uhr und 20 Uhr). Wenn Khatia und ihre Schwester Gvantsa als Duo am Klavier zu erleben sind, treffen innige Geschwisterliebe und tiefe musikalische Verbundenheit aufeinander. Gemeinsam lassen sie sich nur zu gerne auf musikalische Wagnisse und programmatische Experimente ein (9.7.). Tschaikowskis berühmtes erstes Klavierkonzert ist eines von Khatia Buniatishvilis Paradewerken. Mit dem Gstaad Festival Orchestra unter Jaap van Zwedens Leitung hat die Pianistin für ihre Interpretation des Konzertes großartige Musiker an ihrer Seite (19.8., 17 Uhr und 20 Uhr). Nur zu gerne sucht sie die musikalische Herausforderung, beschreitet ungewohnte Wege, begibt sich lieber ins Labyrinth als ins klar abgesteckte Terrain – auch in ihrem letzten Konzert: Ihre Residenz beendet Khatia Buniatishvili mit einem Rezital im Kurhaus Wiesbaden (3.9., 17 Uhr und 20 Uhr).

Alle Konzerte von Khatia Buniatishvili beim Rheingau Musik Festival 2021 finden Sie unter diesem Link.

Fokus: Bomsori Kim

Bomsori Kim © Kyutai Shin

Ausdrucksstarke Kommunikation mit dem Publikum und Interpretationen, die in ihr Innerstes blicken lassen, zeichnen das Violinspiel von Bomsori Kim aus. Die Preisträgerin des 62. Internationalen Musikwettbewerbs der ARD hat sich als Teil einer aufstrebenden Generation von international renommierten Geigern etabliert. Im Sommer 2019 debütierte sie beim Rheingau Musik Festival, und 2020 war sie in unserer hochkarätigen digitalen Konzertproduktionen „All about Mozart“ zu Gast. In diesem Sommer huldigt sie dem Klassikmeister mit der Aufführung aller fünf Violinkonzerte Mozarts. Auf erfrischende Art entlockt sie den Werken in ihren Interpretationen die feinsten Klangnuancen und bestreitet jegliche Virtuosität mit Leichtigkeit.

Als Fokus-Künstlerin wird Bomsori Kim mit acht Konzerten beim Rheingau Musik Festival 2021 auf der Bühne stehen und ihr gesamtes künstlerisches Können gemeinsam mit unterschiedlichen musikalischen Partnern präsentieren. Den Auftakt macht sie im Rahmen unseres Schwerpunktes „Spot on: Mozart“, bei dem sie mit der Camerata Salzburg alle fünf Violinkonzerte des klassischen Komponisten in den Kreuzgang von Kloster Eberbach bringt (10.7., 17 Uhr und 20 Uhr & 11.7., 16 Uhr und 19 Uhr). Dass Bomsori Kim sich auch außerhalb der Klassik wohlfühlt, zeigt sie im Klaviertrio unter anderem mit Cellist Maximilian Hornung (25.7.). Auf dem Programm stehen hier Klaviertrios von Mendelssohn Bartholdy und Dvořák sowie weitere Kammermusik. Gemeinsam mit dem Tenebrae Choir, dem diesjährigen Fokus-Ensemble, taucht Bomsori Kim tief ins Zeitalter des Barock ein. An diesem Abend verschmelzen die Partita Nr. 2 d-Moll für Violine solo BWV 1004 von Bach mit ausgewählten Chorälen des Komponisten und eröffnen dadurch eine ganz besondere Perspektive auf dieses Monument der Violinliteratur (14.8., 18 Uhr und 21 Uhr). Mit Tschaikowskis Violinkonzert D-Dur op. 35, das sie gemeinsam mit dem Royal Philharmonic Orchestra und Vasily Petrenko auf die Bühne des Kurhauses Wiesbaden bringt (2.9., 17 Uhr und 20 Uhr), beendet Bomsori Kim ihren Sommer voller Musik im Rheingau 2021.

Alle Konzerte von Bomsori Kim beim Rheingau Musik Festival 2021 finden Sie unter diesem Link.

Fokus-Ensemble: Tenebrae Choir

Tenebrae Choir © Sim Canetty-Clarke
Tenebrae Choir © Sim Canetty-Clarke

Klänge, so klar und schwebend, als kämen sie direkt vom Himmel, dann wieder so gewichtig und eindringlich, als spräche das Weltgericht ein Machtwort: Unter der Leitung von Nigel Short, einem ehemaligen Mitglied der King’s Singers, präsentieren die exzellenten Sänger des Kammerchores Tenebrae aus London eine Gesangskultur in Perfektion, lupenreiner Intonation und herausragender Vokaltechnik. 2021 widmet das Rheingau Musik Festival dem mehrfach preisgekrönten Chor einen Fokus, in dem die Vokalisten ihr breitgefächertes Repertoire präsentieren.

Als Fokus-Ensemble bringt der Tenebrae Choir unter Nigel Shorts Leitung drei faszinierende Programme auf die Konzertbühnen des Rheingau Musik Festivals. Mit Talbots klangfarbenreichem „Path of Miracles“ werden die versierten Sänger die Basilika von Kloster Eberbach leuchten lassen (13.8., 17 Uhr und 20 Uhr). Eine Klangkombination mit Seltenheitswert bietet das Konzert des Chores mit der Fokus-Künstlerin Bomsori Kim: Gemeinsam widmen sie sich einem Bach-Programm, bestehend aus einem Dialog zwischen Partita Nr. 2 für Violine solo und ausgewählten Chorälen (14.8., 18 Uhr und 21 Uhr). Ihren Fokus beschließen die herausragenden Interpreten in ihrem Adventskonzert „A Very English Christmas“ mit Werken verschiedenster englischer Komponisten (10.12.).

Über diesen Link werden Ihnen alle Konzerte des Tenebrae Choirs aufgelistet.

Themenschwerpunkte

Spot on: Mozart

Wunderkind und Lebemann, Genie, Publikumsliebling und Provokateur: Kaum ein Künstlerleben bewegt bis heute die Gemüter so sehr wie das von Wolfgang Amadeus Mozart, der im Dezember 1791 mit nur 35 Jahren in Wien starb. In knapp 30 Jahren vollendete Mozart mehr als 600 Werke, die noch immer aktuell sind und nichts von ihrer Eindringlichkeit verloren haben. Das Rheingau Musik Festival feiert den Jahrhundert-Komponisten aus Salzburg 2021 mit einem Porträt und nimmt dessen künstlerisches Schaffen an einem Festival-Wochenende näher in den Blick.

Die französische Pianistin Hélène Grimaud bringt mit der Camerata Salzburg im Kurhaus Wiesbaden das berühmte d-Moll-Klavierkonzert KV 466 zur Aufführung. Die Fokus-Künstlerin Bomsori Kim widmet sich, ebenfalls begleitet von der Camerata Salzburg, allen fünf Violinkonzerten Mozarts, angereichert durch berühmte Sinfonien des Komponisten. Das Schumann Quartett huldigt dem Wiener Klassiker gemeinsam mit dem Klarinettisten Pablo Barragán. Corinna Harfouch und Hideyo Harada spüren mit szenischen Elementen, Puppenspiel, Rezitation, Improvisation und natürlich viel Mozart im O-Ton nach, was in seinen Werken besonders das 19. Jahrhundert faszinierte und seine Musik zum Sehnsuchtsort der Romantiker machte. Leidenschaft ist der Grund, warum Mitglieder der Wiener und Berliner Philharmoniker die Philharmonix gegründet haben: Sie spielen alles, worauf sie schon immer Lust hatten. Und nun knöpfen sie sich Mozart vor. Ein virtuoser klassischer Violinist mit Vorliebe für osteuropäische Musik, ein Jazzgeiger mit Punkrock-Erfahrung, ein meisterhaft improvisierender Akkordeonist mit Balkan-Sound im Blut und ein Bassist, der sich in Sinfonieorchestern ebenso zu Hause fühlt wie in Jazzcombos oder Funkbands: Die vier Musiker des Ensembles Uwaga! unternehmen eine imaginäre Mozart-Reise in Richtung Balkan.

Alles Konzerte zu unserem Mozart-Schwerpunkt finden Sie unter diesem Link.

Piazzolla: 100. Geburtstag

Es erfordert Mut, Musik neu zu denken. Diesen Mut besitzt in den 1950er Jahren auch Astor Piazzolla, der große Tangorevolutionär, der aufgrund seiner Neuausrichtung des traditionellen Tangos zeit seines Lebens Anfeindungen seiner Landsleute ausgesetzt ist. Doch viele erkennen auch das, was der Bandoneonist in seinem unstillbaren Schaffensdrang geleistet hat: die Überführung des Tangos in die Kunstmusik. Im März 2021 wäre Astor Piazzolla 100 Jahre alt geworden. Mit einem Schwerpunkt rückt das Rheingau Musik Festival den argentinischen Komponisten ins Scheinwerferlicht und gibt seinem Publikum die Möglichkeit, sich in vier Konzerten unterschiedlichster Besetzungen und Programme mit dem musikalischen Vordenker auseinanderzusetzen.

In vier Konzerten nehmen wir in diesem Jahr das Schaffen von Astor Piazzolla näher in den Blick. Das seit 1998 in der heutigen Besetzung bestehende Astor Piazzolla Quintett führt seit über zwanzig Jahren das Vermächtnis des verstorbenen Tangorevolutionärs fort und trägt die provokative und neuartige Musik des Komponisten in die Welt hinaus. Der renommierte Schlagzeuger Simone Rubino entlockt den barocken Kompositionen von Johann Sebastian Bach mit seinem Vibraphon neue Facetten und interpretiert daneben gemeinsam mit dem Barockensemble La Chimera unter der Leitung des argentinischen Lautenisten Eduardo Egüez Werke von Astor Piazzolla – ein musikalisches Farbenspiel in einfühlsamer und zugleich feuriger Manier. In sommerlicher Abendstimmung im Eberbacher Kreuzgang feiern wir Piazzolla mit großer Besetzung: Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn hegt eine innige Beziehung zu dem argentinischen Komponisten, und Aydar Gaynullin steuert dazu hochvirtuos den typischen Akkordeonsound bei. Trompete und Akkordeon – eine nicht alltägliche Kombination. In diesem Konzert gehen Lucienne Renaudin Vary und Ksenija Sidorova auf Spurensuche im musikalischen Leben des Argentiniers und porträtieren den Komponisten auf außergewöhnliche Weise.

Unter diesem Link finden Sie alle Konzerte des Piazzolla-Schwerpunktes.

Next Generation

Asya Fateyeva © Marco Borggreve
Asya Fateyeva © Marco Borggreve

Das Rheingau Musik Festival bringt die größten internationalen Künstler in die Region, sieht seine Aufgabe jedoch gleichzeitig darin, Verantwortung für den musikalischen Nachwuchs zu übernehmen. Mit etablierten Konzertformaten wie „Klassik-Marathon“ und „Junge Meisterpianisten der russischen Schule“ erhalten aufstrebende Talente, die noch am Beginn ihrer Karriere stehen, ein Podium und werden in ihrer musikalischen Entwicklung unterstützt. Besonders herausragende junge Künstler und Ensembles bekommen in der Reihe „Next Generation“ die Gelegenheit, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Daneben treten regelmäßig große Jugendorchester beim Rheingau Musik Festival auf und begeistern mit Frische und Leidenschaft. Wir begleiten die größten Musiktalente auf ihrem Weg zu gereiften Künstlern und laden sie regelmäßig zum Festival ein. Die Bühne wird mit jedem Konzert größer, die Begleitung raumfüllender, die Auftritte profilierter, das Repertoire mutiger. Jährlich wird eine Künstlerin oder ein Künstler der „Next Generation“ mit dem begehrten LOTTO-Förderpreis des Rheingau Musik Festivals ausgezeichnet, der von LOTTO Hessen gestiftet wird und mit 15.000 Euro dotiert ist. Die Förderung
unserer vielversprechenden Talente liegt auch der Deutschen Telekom am Herzen, und so steht sie in diesem Jahr zum ersten Mal unserer „Next Generation“ als Unterstützerin zur Seite.

Unter diesem Link finden Sie alle Konzerte dieses Themenschwerpunktes.

Jazz & more

Myles Sanko © Morgane Duchateau
Myles Sanko © Morgane Duchateau

„Jazz & more“ – das ist unser Schwerpunkt mit Projekten, die dem Jazz auf unterschiedlichste Weise entspringen, über verschiedene Stilrichtungen und Spielarten hinausranken und facettenreiche Einflüsse fremder Länder und Kulturen absorbieren. Doch nicht nur der Jazz, auch Pop und Rock zeigen hier, wie universell die Sprache der Musik ist. Sie erschafft ein Gefühl, das für jeden spürbar ist, ermöglicht tiefste emotionale Erfahrungen und kann vor allem eines: ihre Zuhörer miteinander verbinden.

Zum musikalischen Genuss tragen auch unsere einzigartigen Spielstätten bei. Besonders intensiv lässt sich der Sommer voller Musik unter freiem Himmel erleben, und so zählen unsere Open Air-Bühnen zu den schönsten des Festivals. Die Seebühne von Schloss Vollrads ist seit vielen Jahren mit von der Partie. Neue stimmungsvolle Kulissen für einmalige Konzerterlebnisse bieten in diesem Jahr zudem der Klosterhof von Kloster Eberbach, der Hummelpark in Hochheim und die BRITA-Arena in Wiesbaden. Doch auch unsere Indoor-Spielstätten wie das Kurhaus Wiesbaden und unser neuer Fürst von Metternich Konzert-Kubus auf Schloss Johannisberg glänzen mit Charme zwischen vergangenen Zeiten und Moderne.

Unter diesem Link finden Sie alle Konzerte dieses Themenschwerpunktes.