Logo

Rheingau Literatur Festival 2020

WeinLese 2020: 17.9. bis 27.9.2020

Zur herbstlichen WeinLese hält zwischen dem 17. und 27. September 2020 wieder ein literarischer Jahrgang Einzug in einmalige Kulturstätten des Rheingaus. Pittoreske Weingüter, urige Sektkeller und die an mittelalterliche Architektur erinnernde romantische Burg Schwarzenstein laden dazu ein, mit Literatur auf Tuchfühlung zu gehen.

Das Konzept der WeinLese ist so einfach wie überzeugend: Dreh- und Angelpunkt jeder Veranstaltung ist der Dialog mit den Schriftstellern, die aus aktuellen Werken Kostproben geben. Zusammen mit unseren renommierten Moderatoren tauchen Sie intensiv in die vorgestellten Werke ein, erfahren mehr über die Hintergründe und verstehen Zusammenhänge. Die Veranstaltungen finden Sie in chronologischer Abfolge direkt unter diesem LINK.

Rheingau Literatur Festival – WeinLese 2020

Der Rheingau ist eine der schönsten Kulturlandschaften Europas. Und er ist eine Landschaft, die seit je mit der Literatur in all ihren Facetten verbunden ist. Goethe, Thomas Mann, Kleist, Bettine von Arnim: Weltliteratur in unserer Nähe.
Das Literatur Festival nimmt die vielgerühmten Eigenarten des Rheingaus auf und bietet eine schöne Mixtur aus Vergnügen und geistiger Anregung. Etwa mit den sehr geschätzten Weinwanderungen mit dem Senior-Winzer Franz Herke und dem überaus kundigen Kultur- und Weinbotschafter Wolfgang Blum. Wein- und Literaturproben sind füreinander geschaffen, jedenfalls im Rheingau. Beim legendären Koch und Kenner Franz Keller kann man erfahren, wie wunderbares regionales Essen mit einfachen Mitteln zu kochen ist. Als Zuschlag bekommt man kleine Weisheiten aus dem Leben eines Sternekochs serviert.
Mit Thomas Mann hat die Auftaktveranstaltung des Festivals zu tun. Andreas Platthaus war im vorigen Jahr vier Monate Stipendiat im Haus von Thomas Mann in Pacific Palisades. Über seine Erfahrungen berichtet er in seinem Buch „Auf den Palisaden. Amerikanisches Tagebuch“. Neue Literatur bildet wie immer einen Schwerpunkt unseres Bücherfestes. Dabei suchen wir die Balance zwischen bewährten, beliebten Gästen und Autorinnen und Autoren, die zum ersten Mal zu uns kommen. Mit Ingrid Noll pflegen wir gleich zwei Traditionen: sie ist eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen von Kriminalromanen und sie wird von vielen Festivalgästen verehrt. Mit Tilman Spreckelsen erwartet uns wieder ein doppeltes Vergnügen: Krimi-Spannung und mit Theodor Storm literarische Feinkost. Und von noch einer schönen Angewohnheit können wir berichten: Wer den Rheingau-Literatur-Preis bekommt, wird bei uns immer wieder gern gesehen und gehört. Ingo Schulze hat ihn 2017 erhalten, jetzt stellt er seinen gerühmten Roman „Die rechtschaffenen Mörder“ vor. In diesem Jahr wird Annette Pehnt mit dem Rheingau Literatur Preis ausgezeichnet. „Alles was Sie sehen ist neu“ lautet der Titel ihres ausgezeichneten Romans.
Literarische Vielfalt ist unser Markenzeichen. Dazu gehören auch sogenannte Sachbücher, die wahrlich nicht immer von Sachen handeln. Es kann zum Beispiel auch einmal um die wichtigste Frage unserer Existenz gehen: wie kommt unser Selbst zustande? Dem geht der renommierte Autor Joachim Bauer in seinem Buch „Wie wir werden, wer wir sind“ nach.
Wir freuen uns auf eine Galerie bedeutender Neuerscheinungen von Nele Pollatscheck, Terézia Mora und John von Düffel. Wussten Sie, dass die Augsburger Puppenkiste vom Hessischen Rundfunk produziert und gesendet wurde? Thomas Hettche schreibt liebevoll und kenntnisreich darüber in seinem Roman „Herzfaden“.


Leporello des Rheingau Literatur Festivals 2020

Alle Informationen zur WeinLese 2020 finden Sie auch im Leporello des 28. Rheingau Literatur Festivals. Dieser steht hier für Sie zum Download bereit.

Andreas Platthaus: Auf den Palisaden. Amerikanisches Tagebuch

Andreas Platthaus © F.A.Z.-Foto Wolfgang Eilmes
Andreas Platthaus © F.A.Z.-Foto Wolfgang Eilmes

17.9. Donnerstag, 20.00 Uhr, Kloster Eberbach, Laiendormitorium

Andreas Platthaus Lesung
Ruth Fühner Moderation

Auf Spurensuche in der Neuen Welt

Vier Monate im Haus von Thomas Mann in Pacific Palisades – das verändert den Blick auf Amerika und Deutschland gleichermaßen. Von hier aus begibt sich Andreas Platthaus ins weite Land, auf die Spuren des deutschen Exils, während er gleichzeitig den aktuellen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten auf den Grund geht. Vor dem Horizont der Präsidentschaftswahl im Herbst 2020 fühlt Platthaus unserem transatlantischen Gegenüber den Puls. In seinem Amerikanischen Tagebuch begegnet uns ein tief gespaltenes Land – mit dem wir, mehr als sieben Jahrzehnte nach der Zeit des deutschen Exils, noch immer untrennbar verbunden sind.

Andreas Platthaus, 1966 in Aachen geboren, leitet das Ressort „Literatur und literarisches Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 2018 stellte er beim Rheingau Literatur Festival „Der Krieg nach dem Krieg“, ein zeitgeschichtliches Porträt Deutschlands in den Jahren 1918/19, vor.

John von Düffel: Der brennende See

John von Düffel © Katja von Düffel
John von Düffel © Katja von Düffel

18.9. Freitag, 20.00 Uhr, Kloster Eberbach, Laiendormitorium

John von Düffel Lesung
Martin Maria Schwarz Moderation

Ein Generationenroman zu einem brennenden Thema unserer Zeit

Hannah kehrt nach dem Tod ihres Vaters in die Stadt ihrer Kindheit zurück. Als sie damit beginnt, die Wohnung des Verstorbenen aufzulösen, findet sie das Foto einer Unbekannten. Eine aufregende Spurensuche beginnt, bei der Hannahs Kindheitserinnerungen nach und nach zerfallen. Als sie auf die Fridays-for-Future-Aktivistin Julia stößt, die sich in ihrem Kampf um Klimagerechtigkeit radikalisiert hat, muss sie feststellen, dass ihr Vater dieser jungen Frau am Ende näher stand als ihr. John von Düffel erzählt in seinem Roman über eine Generation zwischen den Generationen: zwischen den Erblasten der Vergangenheit auf der einen Seite und einer sich rasant verändernden Zukunft auf der anderen.

John von Düffel ist Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und Professor für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste. Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem aspekte-Literaturpreis und dem Nicolas-Born-Preis.

Literarische Weinwanderung zu den Rieslingschlössern

Blick auf Schloss Johannisberg © Hannah Meinhardt
© Hannah Meinhardt

19.9. Samstag, 10.30 Uhr, Parkplatz am Rheinweg/Am Lindenplatz, Oestrich-Winkel

Auf Dichters und Denkers Spuren durch den Rheingau
Der künstlerische Leiter des Rheingau Literatur Festivals Heiner Boehncke und der Wanderführer, Rieslingfreund und Winzer Franz Herke laden ein zu einer literarischen Weinwanderung. Ausgehend vom Rhein vorbei am Brentanohaus, dem geistig-kulturellen Zentrum der Rheinromantik, ist das erste Zwischenziel das Weingut Allendorf in Oestrich-Winkel zur Erfrischung mit einem Gläschen Goethewein aus dem Brentanohaus. Auf der Terrasse von Schloss Vollrads kehrt man zur Mittagsrast mit Wein und Flammkuchen ein. Anschließend folgt die letzte Etappe zum Schloss Johannisberg und die Wanderung klingt im Spätlesereiterhof bei einem Glas Riesling aus.
In gekonnter Manier liest Heiner Boehncke an ausgewählten Ruhepunkten literarische Text über den Rheingau vor. Damit kann man die landschaftliche Schönheit an Ort und Stelle mit Schätzen der Literatur u. a. von Goethe, Bettine und Clemens Brentano und Heinrich Heine, in Beziehung setzen und der Begeisterung der Dichterinnen und Dichter nachspüren.

Ingo Schulze: Die rechtschaffenen Mörder

Ingo Schulze © Gaby Gerster
Ingo Schulze © Gaby Gerster

19.9. Samstag, 20.00 Uhr, Kloster Eberbach, Laiendormitorium

Ingo Schulze Lesung
Martin Maria Schwarz Moderation

Gesellschaftliche Abgründe

Norbert Paulini ist ein hoch geachteter Antiquar. Bei ihm finden Bücherliebhaber Schätze und Gleichgesinnte. Über 40 Jahre lang durchlebt er Höhen und Tiefen. Auch als sich die Zeiten ändern, die Kunden ausbleiben und das Internet ihm Konkurrenz macht, versucht er, seine Position zu behaupten. Doch plötzlich steht er als aufbrausender, unversöhnlicher Mensch vor uns, der beschuldigt wird, an fremdenfeindlichen Ausschreitungen beteiligt zu sein. Auf fulminante Weise erzählt Ingo Schulze eine aufwühlende Geschichte nicht nur von unserem Land in diesen Tagen, sondern über die Gesellschaft.

Ingo Schulze, 1962 in Dresden geboren, wurde für „Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst“ (2017), mit dem Rheingau Literatur Preis ausgezeichnet und stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. „Die rechtschaffenen Mörder“ war für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 nominiert.

Ingrid Noll: In Liebe Dein Karl und Goldschatz

Ingrid Noll © Renate Barth / Diogenes-Verlag
Ingrid Noll © Renate Barth / Diogenes-Verlag

20.9. Sonntag, 16.00 Uhr, Kloster Eberbach, Laiendormitorium

Ingrid Noll Lesung
Heiner Boehncke Moderation

Im Kurzgeschichtenband „In Liebe Dein Karl“ breitet Ingrid Noll die ganze Palette ihrer (Kriminal-)Erzählkunst aus. Der Roman „Goldschatz“ handelt von fünf jungen Leuten, die ein altes Bauernhaus in eine alternative Studenten-WG verwandeln möchten.

Ingrid Noll war 2013 zuletzt beim Rheingau Literatur Festival zu Gast.

Franz Keller: Ab in die Küche! - Lesung mit Verkostung

Franz Keller © Anja Jahn
Franz Keller © Anja Jahn

20.9. Sonntag, 18.00 Uhr, Die Adler Wirtschaft, Eltville-Hattenheim

Franz Keller Lesung
Martin Maria Schwarz Moderation

Franz Keller erläutert, wie man mit guten Rohstoffen und einfachen Mitteln gesund und lecker kocht. Gewürzt ist sein Buch mit vielen Geschichten und Anekdoten aus seiner bewegten Zeit als Sternekoch.

Thomas Hettche: Herzfaden

Thomas Hettche © Joachim Gern
Thomas Hettche © Joachim Gern

20.9. Sonntag, 20.00 Uhr, Kloster Eberbach, Laiendormitorium

Thomas Hettche Lesung
Ruth Fühner Moderation

Geschichte eines deutschen Medien-Mythos

Ein Mädchen entdeckt nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste im Foyer des Theaters eine kleine Holztür, öffnet sie und gerät in eine Märchenwelt. Dort trifft sie auf allerlei Marionetten, aber auch auf Hatü, die Frau, die einst mit ihrem Vater die Figuren geschnitzt hatte. Hatü erzählt die Geschichte dieses einmaligen Theaters, die weit zurückreicht in die ersten Jahre des 2. Weltkriegs. Es ist die Geschichte einer Familie, aber auch die Geschichte der Augsburger Bombennacht 1944, in der der erste Vorläufer der Puppenkiste, der „Puppenschrein“, zu Schutt und Asche zerfällt, und seiner Wiedergeburt nach dem Krieg im Theater und später im deutschen Fernsehen, wo viele Zuschauer zum ersten Mal vom „kleinen Prinzen“ erfahren und – in der ersten deutschen TV-Serie – von Jim Knopf.

Thomas Hettche gehört seit seinem Debüt 1989 zu den überraschenden literarischen Stimmen dieses Landes. Sein Bestseller „Pfaueninsel“ wurde u. a. mit dem Wilhelm-Raabe-Preis, dem Solothurner Literaturpreis und dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet.

Tilman Spreckelsen: Die Nordseefalle. Ein Theodor-Storm-Krimi

Tilman Spreckelsen © Birgit Meixner
Tilman Spreckelsen © Birgit Meixner

24.9. Donnerstag, 20.00 Uhr, Schloss Johannisberg, Fürst-von-Metternich-Saal

Tilman Spreckelsen Lesung
Heiner Boehncke Moderation

Der vierte Fall der historischen Erfolgs-Krimiserie dreht sich um einen Mord in Husum und die Sagen um die versunkene Stadt Rungholt. Ein packender Krimi in historischer Atmosphäre, „als ob man den echten Theodor Storm in seiner Zeit erlebt“, titelt Radio Bremen.

Tilman Spreckelsen ist Redakteur der F.A.Z. Sein Kriminalroman „Das Nordseegrab“, den er 2016 im Rheingau vorstellte, wurde mit dem Theodor-Storm-Preis der Stadt Husum 2014 ausgezeichnet.

Terézia Mora: Auf dem Seil

Terézia Mora © Antje Berghäuser
Terézia Mora © Antje Berghäuser

25.9. Freitag, 20.00 Uhr, Schloss Johannisberg, Fürst-von-Metternich-Saal

Terézia Mora Auf dem Seil
Andreas Platthaus Moderation

Der IT-Experte Darius Kopp reist mit der Asche seiner verstorbenen Frau durch Europa und landet auf Sizilien. Dort trifft er seine Nichte, die seine Hilfe braucht. Darius lernt, sein Glück daran zu messen, was man durch eigenen Willen verändern kann – und was nicht.

Terézia Mora erhielt für ihren Roman „Das Ungeheuer“ 2013 den Deutschen Buchpreis. Sie zählt außerdem zu den renommiertesten Übersetzerinnen aus dem Ungarischen.

Literarische Wanderung durch Amors Garten

Blick vom Rittersaal © kunst hessen de / Kilian Schoenberger
Blick vom Rittersaal © kunst hessen de / Kilian Schoenberger

26.9. Samstag, 10.00 Uhr, Rüdesheim, Seilbahn-Talstation

Heiner Boehncke Lesungen
Wolfgang Blum Kultur- und Weinbotschafter

Rheingauer „Grand Tour“ auf den Spuren der deutschen Romantik
Wanderung mit Literatur und Wein durch die Rüdesheimer Weinbergslagen und den Osteinschen Landschaftspark, begleitet von Heiner Boehncke und dem Kultur- und Weinbotschafter Wolfgang Blum. Mit Seilbahnfahrt, viel Literatur und Wissenswertem, Weinprobe und Vesper im Weinberg geht es an den mutmaßlichen Geburtsort der Rheinromatik: Hoch über Rüdesheim thront der Osteinsche Landschaftspark – Inbegriff für die romantische Begegnung von Natur und Mensch. Beim Streifzug durch den Landschaftspark vorbei an der Ruine Rossel, der Zauberhöhle und dem Rittersaal erkunden wir den Niederwald, genießen herrliche Ausblicke in das Rheintal und spüren dem beeindruckenden Atem der deutschen Romantik nach.

Nele Pollatschek: Dear Oxbridge. Liebesbrief an England

Nele Pollatschek © Pollatschek
Nele Pollatschek © Pollatschek

26.9. Samstag, 20.00 Uhr, Schloss Johannisberg, Fürst-von-Metternich-Saal

Nele Pollatschek Lesung
Andreas Platthaus Moderation

Brexit-Literatur

Als Nele Pollatschek am 23. Juni 2016 nach Oxford, die Stadt, in der sie jahrelang studiert hat, unterwegs ist, erlebt sie den Schock ihres Lebens: Die Briten wollen mit Europäern wie ihr nichts mehr zu tun haben. Pollatschek geht in ihrem Abschiedsbrief an England der Frage nach, wie es zum Bruch kommen konnte. Was ist nur los mit diesem England? Und mit dem Scharfblick einer Miss Marple erkennt sie: Das System Oxbridge bringt jene Mentalität und jenen englischen Politikertyp hervor, der gerade das Land zugrunde richtet. Mit abgründigem Humor schreibt sie ein augenöffnendes Buch und setzt ihrer großen Liebe England ein hochunterhaltsames und kluges Denkmal.

 Nele Pollatschek wurde 1988 in Berlin geboren. Ihr Debütroman „Das Unglück anderer Leute“ (2016) wurde mit dem Friedrich-Hölderlin- und dem Grimmelshausen-Förderpreis ausgezeichnet.

Verleihung des Rheingau Literatur Preises 2020 an Annette Pehnt

Annette Pehnt © Peter von Felbert / Piper Verlag
Annette Pehnt © Peter von Felbert / Piper Verlag

27.9. Sonntag, 11.00 Uhr, Burg Schwarzenstein, Geisenheim-Johannisberg

Annette Pehnt
Preisträgerin
Andreas Platthaus Laudatio
Heiner Boehncke Moderation

Der Rheingau Literatur Preis ist mit 11.111 Euro und 111 Flaschen Rheingauer Wein dotiert. Das Preisgeld wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, vom Rheingau Musik Festival e. V. und von Burg Schwarzenstein bereitgestellt. Der VDP Rheingau spendet 111 Flaschen besten Rheingauer Wein. In „Alles was sie sehen ist neu“ erzählt Annette Pehnt von der Reise einer Gruppe deutscher Kulturbürger in ein fernöstliches Land namens Kirthan. Sie finden einen Staat in tiefer Ambivalenz zwischen Tradition und Vormarsch in die Moderne. Alle westlichen Wahr- und Weisheiten kommen dort an ein Ende, und bald droht auch dem Reiseprogramm der Abbruch.

Annette Pehnt lebt als freie Schriftstellerin in Freiburg. Sie hat zahlreiche Romane publiziert, darunter „Haus der Schildkröten“, „Mobbing“, „Chronik der Nähe“ und „Briefe an Charley“ sowie Kinderbücher wie „Der Barbeiß“.

Joachim Bauer: Wie wir werden, wer wir sind.

Joachim Bauer © Thomas Hedrich / Fotostudio Charlottenburg
Joachim Bauer © Thomas Hedrich / Fotostudio Charlottenburg

27.9. Sonntag, 18.00 Uhr, Burg Schwarzenstein, Geisenheim-Johannisberg

Joachim Bauer Lesung
Joachim Müller-Jung Moderation

Resonanz und das menschliche Selbst

Neue Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften zeigen, dass der Mensch ohne ein Selbst geboren wird. Wie aber entsteht das Ich, das sich später von anderen Menschen abgrenzen kann? Wie gelingt es, ein Ich, Du oder Wir zu denken, zu fühlen, zu erleben? Was macht einen Menschen zum Individuum? Diesen zentralen Fragen geht Joachim Bauer nach und deckt auf, dass unser „wahres Selbst“ ein Produkt von Resonanzen unserer geteilten Erfahrungen, Freuden und Ängsten ist. Bauer zeigt, dass dieses Ich nicht – wie lange angenommen – in Stein gemeißelt ist, sondern im Prozess ständiger Selbst-Konstruktion ein Leben lang im Wandel bleibt. In Zeiten grassierender Ich Bezogenheit und gesellschaftlicher Strömungen, die Selbstbehauptung durch Abgrenzung forcieren, vermittelt Bauer ein neues Bild davon, wie wir werden, wer wir sind, und erklärt, warum wir diesen Weg nur gemeinsam finden.

Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Arzt und Psychotherapeut. Er lehrt und arbeitet in Berlin und veröffentlichte bereits zahlreiche Sachbücher.

Impressionen des Rheingau Literatur Festivals 2019

Renate Moering und Wolfgang Bunzel © RLF / Ansgar Klostermann
Renate Moering und Wolfgang Bunzel © RLF / Ansgar Klostermann
Julia Elfert und Sebastian Krolll © RLF / Ansgar Klostermann
Julia Elfert und Sebastian Krolll © RLF / Ansgar Klostermann
Heiner Boehncke und Wolfgang Bunzel © RLF / Ansgar Klostermann
Heiner Boehncke und Wolfgang Bunzel © RLF / Ansgar Klostermann
Heiner Boehncke © RLF / Ansgar Klostermann
Heiner Boehncke © RLF / Ansgar Klostermann
Eleonore Büning © RLF / Ansgar Klostermann
Eleonore Büning © RLF / Ansgar Klostermann
Lotte Thaler und Eleonore Büning © RLF / Ansgar Klostermann
Lotte Thaler und Eleonore Büning © RLF / Ansgar Klostermann
Ulrich Noethen, Oliver Lubrich und Hans Sarkowicz © RLF / Ansgar Klostermann
Ulrich Noethen, Oliver Lubrich und Hans Sarkowicz © RLF / Ansgar Klostermann
Dörte Hansen © RLF / Ansgar Klostermann
Dörte Hansen © RLF / Ansgar Klostermann
Ulrich Sonnenberg, Heiner Boehncke und Halldór Guðmundsson © RLF / Ansgar Klostermann
Ulrich Sonnenberg,Heiner Boehncke und Halldór Guðmundsson © RLF / Ansgar Klostermann
Krista Posch und Christoph Pütthoff © RLF / Ansgar Klostermann
Krista Posch und Christoph Pütthoff © RLF / Ansgar Klostermann
Judith Schalansky und Andreas Platthaus © RLF / Ansgar Klostermann
Judith Schalansky und Andreas Platthaus © RLF / Ansgar Klostermann
Saša Stanišić und Andreas Platthaus © RLF / Ansgar Klostermann
Saša Stanišić und Andreas Platthaus © RLF / Ansgar Klostermann
Saša Stanišić und Andreas Platthaus © RLF / Ansgar Klostermann
Saša Stanišić und Andreas Platthaus © RLF / Ansgar Klostermann
Wolfgang Blum © RLF / Ansgar Klostermann
Wolfgang Blum © RLF / Ansgar Klostermann
Martin Maria Schwarz und Norbert Zähringer © RLF / Ansgar Klostermann
Martin Maria Schwarz und Norbert Zähringer © RLF / Ansgar Klostermann
Martin Maria Schwarz und Norbert Zähringer © RLF / Ansgar Klostermann
Martin Maria Schwarz und Norbert Zähringer © RLF / Ansgar Klostermann
https://www.burg-schwarzenstein.de/

Hauptsponsor des Rheingau Literatur Festivals

Relais & Châteaux Hotel Burg Schwarzenstein

Medienpartner des Rheingau Literatur Festivals

hr2-kultur