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Ringkirche Wiesbaden

© Ralf-Andreas Gmelin

Beschreibung

Ende des neunzehnten Jahrhunderts gehörte Wiesbaden zu Preußen. Seine Bevölkerung wuchs sprunghaft. Darum musste eine neue Kirche her. Die Gesamtgemeinde kaufte ein Grundstück am Ende der Rheinstrasse. Für diesen Platz plante der Berliner Architekt Johannes Otzen (1839-1911) eine „Reformationskirche“. Sie sollte mit ihrer Fassade einen Abschluss der ansteigenden Straße bilden. Darum liegen die beiden 65 Meter hohen Türme im Osten, wo zugleich auch der Altarraum liegt: Altar, Kanzel, Orgel und Sängerbühne bilden das Zentrum der Ringkirche, um das etwa 1200 Sitzplätze kreisförmig angeordnet sind. Damit ist die Ringkirche der erste Bau nach dem „Wiesbadener Programm“ des Wiesbadener Pfarrers Emil Veesenmeyer, der es für die Errichtung der Ringkirche entworfen hat und das die Kirchenbaukunst bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts beherrschen wird.
Im Innenraum sind die riesigen Fensterrosetten beherrschend, die mit ihrem Farbspiel ein fast unwirkliches Licht in die Kirche werfen. Eine Rarität ist ein Glasfenster in der Decke, das unter einer aufwendig konstruierten Glaslaterne goldenes Licht von oben einlässt. Seit 2003 wurde die Außenfassade der Ringkirche aufwändig restauriert, da die Zeit erhebliche Spuren hinterlassen hatte. Seit 2009 ist die Außenrestaurierung beendet.