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Rheingau Literatur Festival

Esther Kinsky: Rombo

Esther Kinsky © Heihe Steinweg/Suhrkamp Verlag

Künstler

Esther Kinsky Lesung
Ruth Fühner Moderation

Beschreibung

Im Mai und im September 1976 erschüttern zwei schwere Erdbeben eine Landschaft im nordöstlichen Italien und  ihre Bevölkerung. An die tausend Menschen sterben unter den Trümmern, Zehntausende sind ohne Obdach, viele  werden ihre Heimat, das Friaul, für immer verlassen. Die Oberflächenverschiebungen infolge der Beben sind gewaltig, sie bilden neues Gelände, an denen sich die Wucht der Beben ablesen und in die Begriffe der Naturkunde fassen lässt. Doch für das menschliche Trauma, für die Erfahrung der plötzlich zersprengten Existenz, lässt sich die Sprache nicht so einfach finden. In „Rombo“, Esther Kinskys neuem, bereits vor Erscheinen preisgekröntem Roman, berichten sieben Bewohner eines abgelegenen Bergdorfs von ihrem Leben, in  dem das Erdbeben tiefe Spuren hinterlassen hat, die sie erst langsam zu benennen lernen. Von der gemeinsamen  Erfahrung von Angst und Verlust spleißen sich dann jedoch die Fäden individueller Erinnerung ab  und werden zu eindringlichen und berührenden Erzählungen tiefer, älterer Versehrung.

Esther Kinsky, geboren 1956 in Engelskirchen, ist Schriftstellerin und Übersetzerin aus dem Polnischen, Russischen und Englischen ins Deutsche, unter anderem mehrerer Bücher der Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk. Für ihren Roman „Hain“ gewann sie 2018 den Preis der Leipziger Buchmesse.