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Rheingau Literatur Festival

Joachim Gauck: Toleranz - einfach schwer

Joachim Gauck © J. Denzel und S. Kugler

Künstler

Joachim Gauck Lesung
Ruth Fühner Moderation

Beschreibung

Die Lebensentwürfe, Wertvorstellungen, religiösen und kulturellen Hintergründe der Menschen werden immer vielfältiger - für manche eine Bereicherung, für nicht wenige eine Last. Wie viel Andersartigkeit muss man erdulden? Wie viel kann man erdulden? Wie viel Kritik aushalten? Welche gemeinsamen Regeln müssen bei aller Verschiedenheit gelten? In seinem neuen Buch streitet Joachim Gauck für Toleranz, weil sie das friedliche Zusammenleben von Verschiedenen überhaupt erst ermöglicht. Toleranz, schreibt er, ist nicht Gleichgültigkeit und nicht Versöhnlertum. Toleranz lehrt uns vielmehr, zu dulden, auszuhalten, zu respektieren, was wir nicht oder nicht vollständig gutheißen. Dazu, so Gauck, ist es aber nötig, sich seiner eigenen Identität sicher zu sein. Denn nur, wer weiß, wer er ist, geht selbstbewusst in einen Dialog oder auch Wettstreit mit anderen. Toleranz darf allerdings nicht schrankenlos sein. Nur wenn wir uns gegen die Angriffe von Intoleranten verteidigen - woher auch immer sie kommen mögen -, kann Toleranz und mit ihr die Demokratie gesichert werden.

Joachim Gauck wurde 1940 in Rostock geboren, studierte Theologie und arbeitete viele Jahre als Pastor. Er war Mitinitiator des kirchlichen und öffentlichen Widerstands gegen die SED-Diktatur und wurde nach dem Mauerfall zunächst Abgeordneter für das Bündnis 90. Als elfter Bundespräsident agierte er als erster parteilos in diesem Amt.