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Rheingau Literatur Preis

Der Rheingau Literatur Preis ist mit 11.111 Euro und 111 Flaschen besten Rheingau Rieslings dotiert und würdigt herausragende deutschsprachige Prosa der letzten zwölf Monate. Die durch das Rheingau Literatur Festival initiierte Ehrung wird in diesem Jahr zum 33. Mal vergeben.

Der Geldpreis von 11.111 Euro wird mit je 5000 Euro vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur und vom Rheingau Musik Festival e. V. getragen. Der Hauptsponsor des Rheingau Literatur Festivals, Burg Schwarzenstein Relais & Châteaux, stockt die Summe um 1.111 Euro auf. 111 Flaschen besten Rheingauer Weins stellt der Verband Deutscher Prädikatsweingüter Rheingau zur Verfügung.

© Alexandra Polina

„Lukas Rietzschel ist eine kraftvolle und wichtige literarische Stimme des Ostens: In ,Sanditz‘ verwebt er Sagen der Lausitz mit Familiengeschichten der Gegenwart. Dabei zeigt er pointiert, warmherzig und mit einem beeindruckenden Sprachgefühl, wie Erfahrungen aus einem untergegangenen Staat Generationen bis heute prägen, ohne ins Klischee abzudriften. Ich gratuliere Lukas Rietzschel herzlich zur Auszeichnung mit dem Rheingau Literatur Preis.“

- Timon Gremmels (Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur) -

Den Rheingau Literatur Preis 2026 erhält der Schriftsteller Lukas Rietzschel für seinen Roman „Sanditz“. Die durch das Rheingau Literatur Festival initiierte Ehrung wird in diesem Jahr zum 33. Mal vergeben. Die Auszeichnung ist mit 11.111 Euro und 111 Flaschen besten Rheingauer Rieslings dotiert. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur sowie der Rheingau Musik Festival e.V. stiften je 5.000 Euro des Preises, der vom Relais & Chateaux Hotel Burg Schwarzenstein um 1.111 Euro ergänzt wird. Die erlesenen Weine stammen aus den herausragenden Kellern des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter Rheingau. hr2-hultur ist Medienpartner des Rheingau Literatur Festivals.

Die Verleihung des Rheingau Literatur Preises 2026 findet am 27.9. auf Schloss Johannisberg statt.

Die Jury

Andreas Platthaus, Künstlerischer Leiter des Rheingau Literatur Festivals, Leiter das Ressorts „Literatur und literarisches Leben“ der F.A.Z.

Dr. Viola Bolduan, ehemalige Feuilletonchefin Wiesbadener Kurier

Dr. Alf Mentzer, Literaturredakteur des Hessischen Rundfunks

Shirin Sojitrawalla, Literatur- und Theaterkritikerin

„In seinem Roman ‚Sanditz‘ erzählt Lukas Rietzschel eine Familiengeschichte aus der Lausitz, die fast ein halbes Jahrhundert, von den Siebzigern bis zum Ukraine-Krieg, umfasst. In diesen Zeitraum fallen die gesellschaftlichen Umbrüche in der DDR, die in die Wiedervereinigung mündeten, aber auch die Enttäuschungen, die die aufbruchsbereiten Bewohner der fiktiven Ortschaft Sanditz danach erleben und die daraus resultierende Skepsis gegenüber den Errungenschaften der neuen Epoche. Fokussiert auf drei Generationen der Familie Wenzel, bietet Rietzschel eine exemplarische Studie des Auseinanderfallens einer Gemeinschaft, in der sich ausgehend vom erzählerischen Brennpunkt Sanditz die Atmosphäre des Romans immer mehr erhitzt. Die Tradition der Wenderomane wird dadurch sowohl fortgeschrieben als auch um jene Transformation erweitert, die nach 1990 einsetzte. Rietzschel gelingt ein wahrnehmungsweitendes deutsches Porträt: ausgreifend nach Osten und dabei weit über die deutschen Grenzen hinaus - und über alle Klischees. Seine Wenzels sind Lausitzer Weltbürgerfiguren.“

- aus der Jurybegründung -

Die bisherigen Preisträger

Stefanie Menzinger, „Schlangenbaden“ (1994)
Ulla Berkéwicz, „Mordad“(1995)
Herbert Maurer, „Ein Rabenflug“ (1996)
Thomas Meinecke, „Tomboy“ (1997)
Hella Eckert, „Hanomag“ (1998)
Thomas Lehr, „Nabokovs Katze“ (1999)
Peter Stamm, „Agnes“ und „Blitzeis“ (2000)
Bodo Kirchhoff, „Parlando“ (2001)
Robert Gernhardt, „Im Glück und anderswo“ (2002)
Reinhard Jirgl, „Die Unvollendeten“ (2003)
Ralf Rothmann, „Junges Licht“ (2004)
Gert Loschütz, „Dunkle Gesellschaft“ (2005)
Clemens Meyer, „Als wir träumten“ (2006)
Antje Rávic Strubel, „Kältere Schichten der Luft“ (2007)
Ursula Krechel, „Shanghai fern von wo“ (2008)
Christoph Peters, „Mitsukos Restaurant“ (2009)

Jochen Schimmang, „Das Beste, was wir hatten“ (2010)
Josef Haslinger, „Jáchymov” (2011)
Sten Nadolny, „Weitlings Sommerfrische“ (2012)
Ralph Dutli, „Soutines letzte Fahrt“ (2013)
Stephanie Bart, „Deutscher Meister“ (2014)
Klaus Modick, „Konzert ohne Dichter“ (2015)
Saša Stanišić, „Fallensteller“ (2016)
Ingo Schulze, „Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst" (2017)
Robert Seethaler, „Das Feld" (2018)
Dörte Hansen, „Mittagsstunde" (2019)
Annette Penth, „Alles was Sie sehen ist neu" (2019)
Judith Hermann, „Daheim" (2021)
Katerina Poladjan, „Zukunftsmusik" (2022)
Arno Geiger, „Das glückliche Geheimnis" (2023)
Matthias Jügler, „Maifliegenzeit" (2024)
Jonas Lüscher, „Verzauberte Vorbestimmung“ (2025)