© Peter-Andreas Hassiepen
Programm
Lesung & Gespräch mit Barbara Honigmann
Das Leben von Barbara Honigmann könnte selbst ein Roman sein: 1949 als Tochter jüdischer Eltern geboren, die aus dem englischen Exil in die sowjetische Besatzungszone zurückgekehrt waren, um ein besseres Deutschland aufzubauen, verließ die tiefgläubige Honigmann 1984 die DDR, ließ sich im französischen Straßburg nieder und veröffentlichte kurz danach ihren ersten Prosaband „Roman von einem Kinde“. In diesem Buch wie auch in allen folgenden machte sie in der Tat die eigenen Erfahrungen bei ihrer politischen und religiösen Identitätssuche zum Thema und wurde damit zur zentralen Protagonistin einer erneuerten jüdischen Literatur in Deutschland. Mit ihrem neuen Erzählungsband „Mischka“ geht Honigmann jetzt zurück in ihre früheste Kindheit und noch davor: zum Nachkriegsfreundeskreis ihrer Eltern und dessen enttäuschten Hoffnungen im Sozialismus. Niemand sonst nimmt die jüngere hiesige Geschichte des Judentums so brillant in den Blick.
Barbara Honigmann, 1949 in Ost-Berlin geboren, arbeitete als Dramaturgin und Regisseurin. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Heinrich-Kleist-Preis, dem Zürcher Max-Frisch-Preis, dem Bremer Literaturpreis 2020, dem Jean-Paul-Preis 2021, dem Frankfurter Goethe-Preis 2023 und dem Bundesverdienstkreuz am Band.

Kelterhalle des Rheingau Musik Festivals, Oestrich
Ein kunstvoll saniertes Winzerhaus aus dem Jahre 1747 dient seit 1997 dem Rheingau Musik Festival als „Schaltzentrale“ und Büro. Zusätzlich finden sich in dem barocken Fachwerkhaus, das in direkter Nachbarschaft der Oestricher St. Martinskirche steht, auch Räumlichkeiten für Veranstaltungen jeglicher Art. Die Kelterhalle – von den alten Oestricher Stadtmauern umgeben – besticht durch die unnachahmliche Harmonie von historischer Substanz und modernen Elementen. Auf 120 Quadratmetern finden bis zu 150 Personen Platz.
Rheinallee 1
65375 Oestrich-Winkel