© Isolde Ohlbaum
Programm
Lesung & Gespräch mit Norbert Gstrein
Ein Leben, das mit dem zwanzigsten Jahrhundert beginnt, ist Gegenstand des neuen Romans von Norbert Gstrein. Sein österreichischer Protagonist wird 1901 geboren und entkommt dem Einsatz als Soldat in den beiden großen Kriegen durch eine Verstümmelung, die ihm der Vater in jungen Jahren beibringt. Doch immer wieder trifft er auf Menschen, die weniger Glück hatten als er: einen schwer Kriegsversehrten des Ersten Weltkriegs und einen Schuldiggewordenen des Zweiten, dazu später die Schwester eines wegen Fahnenfluchts exekutierten britischen Soldaten. Macht sich der Davongekommene weniger schuldig als die unmittelbar am Krieg Beteiligten? Gstrein, dessen Romane immer wieder Aufsehen erregt haben durch ihre provokativen Frage- und Infragestellungen, führt uns ins Zwielicht einer individuellen Existenz im kollektiven Wahnsinn. Und das in meisterlicher Sprach- und Formgestaltung.
Norbert Gstrein, 1961 in Tirol geboren, studierte Mathematik in Innsbruck und besuchte sprachphilosophische Seminare in Stanford und Erlangen. Seine Romane wurden in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Alfred-Döblin-Preis, der Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Österreichische Buchpreis 2019. Er lebt in Hamburg.

Kelterhalle des Rheingau Musik Festivals, Oestrich
Ein kunstvoll saniertes Winzerhaus aus dem Jahre 1747 dient seit 1997 dem Rheingau Musik Festival als „Schaltzentrale“ und Büro. Zusätzlich finden sich in dem barocken Fachwerkhaus, das in direkter Nachbarschaft der Oestricher St. Martinskirche steht, auch Räumlichkeiten für Veranstaltungen jeglicher Art. Die Kelterhalle – von den alten Oestricher Stadtmauern umgeben – besticht durch die unnachahmliche Harmonie von historischer Substanz und modernen Elementen. Auf 120 Quadratmetern finden bis zu 150 Personen Platz.
Rheinallee 1
65375 Oestrich-Winkel